Heizen mit Eis

Das Thema "Heizen mit Eis" ist so interessant, dass der Fernsehsender Pro7 und das ZDF Beiträge darüber ausstrahlten.

 

Hier finden Sie die Sendung zum Thema "Heizen mit Eis" auf Pro7

Der Eisspeicher ist eine weitere Form der Sole/Wasserwärmepumpe.

Der Vorteil des Eisspeichers gegenüber den anderen Sole/Wassersystemen ist, dass für den Einbau keine Genehmigung benötigt wird, da der Eisspeicher komplett mit Wasser (Leitungswasser oder Grundwasser) gefüllt ist und eine Leckage (Loch in einem technischen System) keine negativen Einflüsse auf die Umwelt bzw. das Grundwasser mit sich bringt.

Aufbau

Der Eisspeicher wird in ein ca. 4m tiefes Loch (z.B. im Garten) eingebracht.
Da ab einem Meter Tiefe immer einen Bodentemperatur von 8-12 °C herrscht, besteht keine Gefahr durch Bodenfrost.

Im Eisspeicher befinden sich 2 Wärmetauscher:

  •      der Entzugswärmetaucher (im Innern des Eisspeichers) und
  •      der Regenerationswärmetauscher (an der Außenwand des Eisspeichers)

 

Der Eisspeicher wird mit herkömmlichen ca. 12.000 l Wasser befüllt.

Auf dem Dach des Hauses werden Solarkollektoren für die Erwärmung des Wassers im Eisspeicher montiert.

Des Weiteren wird eine Sole/Wasserwärmepumpe benötigt. Diese wandelt die im Eisspeicher entstehende Energie in Wärme um.


Funktionsweise

Der Eisspeicher nutzt die sogenannte Kristallisationswärme. Diese Kristallisationswärme wird freigesetzt, wenn ein Stoff seinen Aggregatzustand von flüssig nach fest ändert.

Wasser mit einer Temperatur von 10°C hat eine Energie von 40 Kilo Joule (kJ).
Wasser mit einer Temperatur von 0°C hat eine Energie von 339 kJ.

125 Liter gefrorenes Eis hat somit die gleiche Energie wie ein Liter Heizöl.

Die Sole/Wasserwärmepumpe entzieht dem Eisspeicher seine Energie und läßt dadurch das Wasser gefrieren. Sie wandelt die Energie im Eisspeicher in Wärmeenergie um.
Dieser Vorgang erfolgt im Entzugswärmetauscher.

Die patentierte Vereisung, die von innen nach außen funktioniert, verhindert ein Sprengen des Behälters beim Vereisungsvorgang.

Das Einzigartige am Eisspeicher ist, dass er sich durch mehrere Umweltenergien immer wieder neu erwärmt:

  •     Solarkollektoren auf dem Dach
  •     Erdwärme (ab 1m Tiefe 8-12°C )
  •     andere Umwelteinflüsse (wie z.B. warmer Regen usw.)


Dieser Vorgang erfolgt im Regenerationswärmetauscher.

Durch das Schmelzen des Eises wird dem Wasser wieder Energie zugeführt. Diese Energie kann dann wieder durch die Wärmepumpe aufgenommen werden und in Heizwärme umgewandelt werden.
Das Kühlen im Sommer ist nun relativ einfach. Über das Heizungssystem (Heizkörper bzw. Fussbodenheizung) wird anstatt warmes einfach kaltes Wasser aus dem Eisspeicher gepumpt. Dadurch wird die Wohnung kühl. Man nennt dieses Prinzip „natural cooling“.

Je nach Größe und Anforderung ändert sich selbstverständlich das bevorratete Wasservolume.
Für den Eisspeicher gibt es praktisch keine Einsatzgrenzen, solange das Wasservolumen ausreichend dimensioniert ist.